Grußwort von Olaf Scholz, Bundesminister für Arbeit und Soziales

Bundesminister für Arbeit und Soziales
Die Zukunft gehört der qualifizierten Arbeit – jedenfalls in
Deutschland. Ganz im Gegensatz zu einem weit verbreiteten Gerücht,
nimmt die Anzahl der Arbeitsplätze für gering Qualifizierte ab und
nicht zu. Qualifizierte Kräfte sind nicht nur Ingenieure, sondern
genauso Mechaniker, Tischler oder Schornsteinfeger. Wer auf Qualität
setzt, kann auf gut ausgebildete Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
nicht verzichten.
Gute Bildungs- und Qualifizierungsangebote
sind das Lebenselixier einer modernen Arbeitswelt – für den Einzelnen
und unsere Gesellschaft, je früher, desto besser und am besten ein
Leben lang. Die Länder und Kommunen sind in der Pflicht, gute Angebote
in der frühkindlichen Bildung und den Schulen zu organisieren. Die
Betriebe müssen ausreichend in Ausbildung investieren. Wir müssen die
Durchlässigkeit von der beruflichen zur akademischen Bildung wesentlich
erhöhen. Die entscheidenden Weichen stellen wir jetzt. Unser erstes
Ziel heißt: Abgeschlossene Berufsausbildung oder Abitur für jeden.
Besser
werden, das müssen wir auch bei der Weiterbildung. Nur rund 12 Prozent
aller Beschäftigten nehmen innerhalb eines Jahres an einer
Weiterbildung teil. In den skandinavischen Ländern, in den USA oder der
Schweiz ist diese Teilnahmequote dreimal so hoch. Noch immer werden in
jedem fünften kleinen oder mittleren Betrieb in Deutschland überhaupt
keine Weiterbildungsangebote gemacht. Angesichts der kurzen Zyklen, in
denen heutzutage Wissen veraltet, ist das fatal. Die Bundesregierung
hilft mit vielfältigen Angeboten wie der „Initiative 50plus“ oder dem
Programm „WeGebAU“ insbesondere kleinen und mittleren Betrieben, in
Sachen Weiterbildung am Ball zu bleiben.
Gerade in Krisenzeiten
müssen die Möglichkeiten zur Weiterbildung genutzt werden. Die Devise
heißt: Qualifizieren statt entlassen! Unser Angebot an Unternehmen und
Beschäftigte lautet: Nutzt die Zeit der Kurzarbeit zur Fortbildung, wir
fördern das massiv – zum Beispiel durch die Übernahme der
Sozialversicherungsbeiträge während der Kurzarbeit oder durch die
Bezuschussung der Weiterbildungskosten.
Wir bauen damit nicht
nur eine Beschäftigungsbrücke über die aktuelle Krise hinweg, sondern
wir stärken damit die Belegschaften, die Unternehmen und unser Land.
Der nächste Aufschwung kommt hoffentlich bald, dann brauchen wir
dringend gut ausgebildete und motivierte Leute. Deshalb ist es richtig,
jetzt gemeinsam etwas zu tun.
Gute Informationen sind ein
erster Schritt. Dafür brauchen wir kompetente Partner. Ein solcher
Partner ist der Bundesverband der Träger beruflicher Bildung. Das
„Deutsche Weiterbildungsforum 2009“ widmet sich den aktuellen Fragen:
Wie sieht intelligente Qualifizierung in Zeiten der Krise aus? Welche
öffentlichen Fördermittel helfen dabei? Präsentiert werden gute
Beispiele und moderne technologische Möglichkeiten, mit denen das
Lernen effizient gestaltet werden kann – „best practice“ im wahrsten
Sinne des Wortes.
Unsere Botschaft gilt: Deutschland braucht gut
qualifizierte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dringender denn je.
Weiterbildung bedeutet Zukunftssicherung!